Moin und goed dag! Mit den flotten „Speichendrehern“ zum Dollard

 

Moin und goed dag!

Mit den flotten "Speichendrehern" zum Dollard - Silvia Brodde


Voran gingen dieser Tour informative und witzige Mails von Tina, die diese Fahrt gemeinsam mit Marc bis in alle Feinheiten liebevoll und sorgsam geplant hatte. Die beiden hatten einfach an ALLES gedacht. Als ADFC Neulinge fühlten wir uns in dieser Truppe von 15 Leuten schnell wohl.


1.Tag > Der Startschuss fiel am Pfingstsamstag kurz nach 6:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Trotz der frühen Stunde, gab es ein fröhliches Hallo auf allen Seiten. Tina verteilte persönliche Reiseunterlagen für jeden Teilnehmer, so dass wir schon mal schmökern konnten. In Leer angekommen zeigte sich die Sonne mit aller Kraft. Im Hafen war Zeit für das erste leckere Krabbenbrötchen...da kam Urlaubsfeeling auf. Eine ziemlich kleine Fähre brachte uns ins Land der "fietspad" (Radwege) und der komischen Texelschafe. Dort angekommen durften wir uns ENDLICH bewegen. Als Neulinge bekamen wir gleich einen Eindruck, wie sportlich diese Truppe unterwegs ist! Mit durchschnittlichen 18 km/h bei teils heftigem Wind von vorn wurden 48 km ganz schön lang. Wir lernten neue Handzeichen für Gefahrenstellen kennen und eine Achtsamkeit füreinander, die mir sehr gut gefiel. Entspannt radelten wir unterhalb der Deiche, das Blöken vieler Schafe im Ohr und ihren "Duft" in der Nase. Unser Tagesziel war die niedliche kleine Stadt Appingedam mit ihren roten Backsteinhäusern. Nach einer kurzen Erfrischungspause speisten wir abends gemeinsam beim Italiener um die Ecke.


2. Tag > Der erste Blick am Morgen zeigte: Sonnenschein und WARM! Nach einem kleinen Abstecher zu den "Hängenden Küchen" (Anm. d. Red: Ausbauten hinter den alten Häusern) ging's richtig los! Ca. 90 km sollten wir heute fahren...puh da hatten wir Neulinge so unsere Bedenken. Doch zu unserem großen Erstaunen fuhren wir an diesem Tag viel leichter, offenbar waren wir "eingeradelt". Mit Marc an der Spitze, der uns stets absolut zielsicher und vorausschauend führte, folgte eine wunderbare Tagesstrecke. Mitten durch blühende und duftende Rapsfelder, vorbei an winkenden Holländern hörten wir fremde Wortfetzen und lasen witzige Straßennamen. Teils rätselhafte Beschriftungen an Geschäften brachten nebenbei auch das Hirn in Schwung. Nun weiß ich auch, dass ein "Kiekkasten" ein Aussichtsturm ist. Wir durchquerten blitzblanke beschauliche Dörfchen mit blühenden, picobello gepflegten Vorgärten und die stets gardinenfreien Fenster erlaubten uns einen neugierigen Blick in die gute Stube. Es ging vorbei an vielen Windmühlen, durch lauschige Waldstücke und weite Wiesen. Die lange Strecke gab Gelegenheit zum Klönen, schaffte aber auch Raum und Zeit, in denen jeder seinen eigenen Gedanken folgen konnte. Ein Höhepunkt des Tages war das historische Pfingstspektakel mit Bollerschüssen und Grabenspringern im Park der Fraeylemaborg. Nach sportlichen fast 90 km und einer Menge Eindrücke erreichten wir in Winschoten die perfekt ausgesuchte Unterkunft in altem Gemäuer mit dem passenden Namen "In den Stallen".


3. Tag > Ein heftiges Gewitter mit Wolkenguss weckt uns schon vor dem Aufstehen. Schreck lass nach! Ich sah uns schon triefend nass auf unseren Rädern fahren. Aber nach dem Frühstück hatte der Wettergott Erbarmen mit uns und die Sonne lächelte schüchtern auf uns hinunter. Dieser Tag führte uns wieder über ratternde Schafroste und ließ uns beobachten, wie ein großer Lastenschlepper durch eine schmale Schleuse geschoben wurde. Die Mittagspause erlebten wir beim Mühlenfest in Papenburg, wo wir Gelegenheit hatten, auch am Stand des ADFC Papenburg vorbeizuschauen. Ein aufkommendes Unwetter und die Sorge, dass wir möglicherweise nicht komplett mit 15 Rädern mit der Bahn ab Leer mitkommen würden, veranlasste unsere Radtourenleiter zu einer kurzfristigen Planänderung. Kurzentschlossen strichen wir die letzten 20 km unserer Strecke und nahmen bereits in Papenburg einen leeren Zug in Beschlag. So hatten wir ein ganzes Abteil für uns und alle waren glücklich! Entspannt kamen wir wohlbehalten wieder in Braunschweig an. An dieser Stelle noch einmal ein Herzliches Dankeschön an Tina und Marc, die diese Reise mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeitet haben. Wir fahren jederzeit sehr gerne wieder mit euch!


Silvia Brodde und Peter Wiegmann ( jetzt auch " flotte Speichendreher " vom ADFC Braunschweig)