Verflixt Flott - Die Windbeuteltour

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Im Vorfeld haben sich viele über den Titel dieser Fahrradtour amüsiert. Um es Vorweg zu nehmen: Wir waren nur mal eben einen Windbeutel essen. Für alle die dieses Gebäck nicht kennen, ein Windbeutel ist ein Gebilde aus Brandteig der in zwei Teile geteilt wird, damit dazwischen viel Sahne passt – zu mindestens in seiner Urform.

Natürlich sind wir mit dieser Tour nicht in die Saison gestartet. Dafür gab es im Vorfeld drei Fahrradtouren die ohne ein Thema auskommen mussten, von den Steckenkilometern einmal abgesehen. Die erste Tour der Saison dieser Art startete mit 60 km, die mehr oder weniger über flaches Land führte. Braunschweig wurde Richtung Meinersen verlassen und eine Schleife zurück nach Braunschweig gefahren. Eine Ideale Fahrradtour um dem Wind zu entkommen.

Vier Wochen später fand die zweite Radtour mit 80 km statt. Diesmal über Asse und Elm. Es ist schon erstaunlich, wie viel Höhenmeter man in Braunschweig und Umgebung auf 80 km zusammen addieren kann.

Die dritte Fahrradtour, 100 km lang, führte um den Elm. Ein paar Wochen später war sie dann an der Reihe – die Windbeuteltour. Nach der Probetour, eine Woche eher, entschlossen wir uns die Fahrradtour gegen den Uhrzeigersinn durch zu führen. Dadurch rückten die großen Steigungen vor die Hälfte der Tour und wurde nicht nach dem Windbeutel fällig.

Es ging los, mit  beharrlichem Gegenwind fuhren wir bis Goslar, wo wir unsere erste „Verpflegungsstation“, einen Supermark, in Anspruch nahmen. Schließlich führte keiner die notwendige Verpflegung für den ganzen Tag mit sich.

Im Anschluss ging es, nach kurzer Fahrt durch Goslar, bergauf. Südlich des Granestausees erreichten wir einen kurzen Sattelpunkt, so dass wir auch den Blick auf den Granestausee genießen konnten. Direkt im Anschluss ging es weiter bergauf. Mit einer kleinen Pause erreichten wir kurz vor Hahnenklee den höchsten Punkt der Fahrradtour mit ca. 611m Höhe.

Am Anschluss kam das wohl frustrierernste Wegstück. Wir fuhren ca. 125m bergab, wohlwissend, dass wir die Höhenmeter direkt im Anschluss wieder bergauf fahren mussten. Dafür war die nächste „Verpflegungsstation“ in Reichweite. In Clausthal-Zellerfeld wurde der nächste Supermarkt angefahren um die Vorräte auf zu frischen.

Hier spürten wir es schon langsam: Die Windbeutel waren in der Nähe. Sollte es doch auf den nächsten Kilometern vor allem in eine Richtung gehen: bergab. Zunächst musste jedoch bis zur ehemaligen Bahnstrecke, die von Clausthal-Zellerfeld nach Altenau ging, ein leichtes Wellenprofil überwunden werden. Anschließen ging es eine lange Strecke bergab.

In Altenau überraschte uns an einer Baustelle eine verkehrstechnische Besonderheit. Oder wann haben Sie das letzte mal eine Uhr gesehen, die Ihnen anzeigt, wann es grün wird? Nach über drei Minuten konnte uns dann nichts mehr aufhalten und wir fuhren Richtung Windbeutel. Dort überzeugten wir uns, dass Windbeutel eben nicht nur aus Sahne und Brandteig bestehen müssen.

Nach der genüsslichen Pause ging es zurück zum Vorstauwehr, und wir umfuhren den Okerstausee am östlichen Ufer entlang. Im Anschluss ging es abwärts nach Oker. Vereinzelt wurde dabei bis zu 65km/h erreicht. Damit waren wir wieder im Harzer „Vorland“. Und wir hatten Glück. Der Wind, der uns am Morgen entgegen blies, wehte uns jetzt in den Rücken, so dass wir trotz der vielen Kilometern noch immer im oberen 20er km/h Bereich fahren konnten.

Nachdem wir in Vienenburg noch mal unsere Vorräte aufgefrischt hatten ging es dann wieder zurück nach Braunschweig – für einige immer zäher, aber beständig. 6 Leute sind losgefahren, 6 Leute sind angekommen. Am Ende standen ca. 167 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21 km/h auf dem Fahrradcomputer. Die Fahrzeit betrug etwa 8 Stunden, allerdings waren wir etwa 11 Stunden unterwegs – vielleicht sollten wir weniger einkaufen während so einer Fahrradtour.

Ende August werden wir diese Fahrradtourserie beenden und auf eine Kaffeefahrt gehen – auf einen Kaffee zum Kröpke.

Arel Brunzel