Vision und Ziele des ADFC Braunschweig

Unser Ziel: Mehr Menschen fahren häufiger Rad

Einbahnstrasse Radfahrer frei

Braunschweig ist zweifelsohne eine Stadt der kurzen Wege. Ohne nennenswerte Erhebungen und mit einer kompakten Ausdehnung ist die Stadt ideal für das Radfahren im Alltag.

Die Stadt- bzw. Verkehrsplanung der letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts war fast ausnahmslos autofixiert. Das Dogma lautete: Jeder noch so kleine Winkel muss bequem mit dem Auto erreichbar sein. Die negativen Folgen des intensivierten motorisierten Individualverkehrs kommen nun zum Vorschein: Überhöhte Feinstaubbelastungen, Beeinträchtigung der Lebensqualität durch erhebliche Lärmemissionen, Bewegungsmangel in der Bevölkerung und hohe finanzielle Belastungen der Kommunen zur Erhaltung einer aufwändigen Infrastruktur.

Augenscheinlich ist es längst überfällig, dass der Mensch wieder in den Mittelpunkt der modernen Verkehrsplanung rückt. Radverkehr hat einen positiven Effekt auf die Lebensqualität in der Stadt. Dem Radverkehr muss deshalb eine noch viel bedeutsamere Rolle zugesprochen werden als bisher . Denn Studien haben gezeigt, dass jeder Euro, der in die Förderung des Radverkehrs investiert wird, volkswirtschaftliche Kosten senkt.

Sichere, zukunftsfähige Radverkehrsinfrastruktur

Piktogramm eines Fahrrads auf der Fahrbahn

Ein entscheidender Faktor für mehr Radverkehr ist die Radverkehrsinfrastruktur. Diese muss so attraktiv sein, dass Menschen motiviert werden, Rad zu fahren. Verkehrsplanerische und -politische Entscheidungen sollen deshalb eine hohe Qualität der Radverkehrsinfrastruktur zum Ziel haben, die sicher und fehlerverzeihend ist. Sie soll so ausgerichtet sein, dass tödliche oder schwere Unfälle nicht mehr vorkommen („Vision Zero“). Gleichzeitig ist es von zentraler Bedeutung, dass sich die Rad fahrenden sicher fühlen und die Bedingungen als komfortable empfinden.

Mit dem Beschluss der Leitlinien zur Radverkehrsinfrastruktur des ADFC Braunschweig, die in Anlehnung an die entsprechenden Leitlinien das ADFC-Bundesverbandes entwickelt wurden, bekennt sich die Jahreshauptversammlung des ADFC Braunschweig 2017 zu einer modernen und zukunftsfähigen Radverkehrsinfrastruktur. Es geht hier um ein durchgängiges Radwegenetz, das das komfortable Fahren auf direkten Wegen ermöglicht. Der Radverkehr soll Bedingungen vorfinden, die einen leichten und flüssigen Radverkehr für alte wie für junge Radfahrende ermöglichen.

Die Kapazitäten für den Radverkehr müssen zukunftsfähig sein und auch das Fahren z. B. mit Fahrradanhängern oder Pedelecs ermöglichen. Für eine hochwertige Radverkehrsinfrastruktur ist ggf. eine Umverteilung des öffentlichen Verkehrsraumes erforderlich. Dies darf nicht zu Lasten von zu Fuß gehenden oder ÖPNV gehen.

Breite Radfahrstreifen, die das gegenseitige Überholen der Rad fahrenden ermöglichen, sind attraktiv und sicher. Eine auf Mindestmaßen basierende Radverkehrsinfrastruktur als Regellösung ist nicht akzeptabel. Schutzstreifen auf der Fahrbahn sind nur dann zielführend, wenn sie flüssiges Fahren, Sicherheit, Sicherheitsempfinden, Sicherheitsabstände und Attraktivität für den Radverkehr gewährleisten.

Gute Radverkehrsinfrastruktur benötigt keine Benutzungspflicht. Bei unzureichenden Radverkehrsanlagen ist es nicht ausreichend, die Benutzungspflicht aufzuheben und die Möglichkeit der Fahrbahnnutzung zu schaffen. In diesen Fällen sind Um- und Ausbauten erforderlich.

Vervollständigt wird eine moderne Radinfrastruktur durch eine durchgängige Wegweisung, Angebote zum Kombinieren von Rad und öffentlichem Verkehr und bedarfsgerechte Abstellanlagen.

Alle Infrastrukturmaßnahmen für den Radverkehr brauchen kontinuierliche Bewertung anhand von objektiven Kennzahlen und Erhebungen zur Nutzungszufriedenheit. Zielgruppenspezifische Untersuchungen zur Akzeptanz und zum Sicherheitsempfinden der Radverkehrsinfrastruktur sollten zur Selbstverständlichkeit werden und die Ergebnisse bei den Folgemaßnahmen berücksichtigt werden.

Investitionen in eine moderne Radverkehrsinfrastruktur sind Investitionen in die Zukunft einer lebenswerten Stadt. Die kommunalen Verwaltungen sollen hierfür mit ausreichenden Budgets und Personalressourcen ausgestattet werden. Um eine bedeutende Verbesserung zu erreichen, halten wir in Anlehnung an die Leitlinien des ADFC Bundesverbandes einen Betrag von 30 € pro Einwohner und Jahr für Projekte des Radverkehrs zu angemessen.  

Die Rolle des ADFC in Braunschweig

Grüne Fahrradampel

Der ADFC versteht einen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, einen Beitrag zu leisten, um Braunschweig noch attraktiver für den Radverkehr zu gestalten. In direkten Gesprächen mit Verantwortlichen in Politik und Verwaltung stärken wir die Interessen von Radfahrenden in Braunschweig. Der ADFC engagiert sich vor Ort dafür, dass nachhaltige und stadtverträgliche Verkehrskonzepte, die die Bedürfnisse der Menschen stärker in den Vordergrund rücken, auch umgesetzt werden.

Die steigenden Mitgliederzahlen bekräftigen uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind und den Zeitgeist von heute erkannt haben. Wenn auch Sie der Auffassung sind, der Radverkehr in Braunschweig muss noch stärker gefördert werden, so werden Sie Mitglied im ADFC und unterstützen Sie so unser Engagement für den Radverkehr. Gemeinsam mit Ihnen können wir mehr erreichen und die Bedeutung des Radfahrens in Braunschweig weiter stärken.